HOAI 2013 gegenüber der HOAI 2009

Auf dieser Seite bekommen Sie einen Überblick über die Änderungen der HOAI 2013 gegenüber der HOAI 2009.

Wie auch die HOAI 2009 stellt die neue HOAI 2013 eine Preisrechtsverordnung dar. Auch die HOAI 2013 gilt für sämtliche Auftraggeber, die Leistungen nach dieser Verordnung in Auftrag geben, d. h. sowohl für öffentlichen als auch für privaten Auftraggeber.

Die Systematik der HOAI 2013 entspricht im Wesentlichen der alten Systematik der HOAI 2009. Gleich geblieben ist die Ermittlung des Honorars aus den anrechenbaren Kosten entsprechend der Kostenberechnung oder Kostenvereinbarung, der Honorarzone, des Tafelwertes, eventueller Zuschläge und Nebenkosten. Gleich geblieben ist auch die Beschränkung der HOAI auf die planerisch-schöpferischen Leistungen Flächenplanung, Architektur, Verkehrsanlagen, Ingenieurbauwerke, Tragwerksplanung und Haustechnik.

HOAI 2013 gegenüber der HOAI 2009 hat viele Änderungen mit sich gebracht, die besonders erläuterungsbedürftig sind. Geändert hat sich bei den anrechenbaren Kosten, dass nunmehr die vorhandene Bausubstanz wieder berücksichtigt werden soll und dafür die Umbauzuschläge gesenkt wurden, die Leistungsbilder, die in weiten Teilen völlig neu gefasst worden sind, die Bewertung der einzelnen Leistungsphasen für die einzelnen Leistungsbilder und eine ganze Anzahl von eher systematisch bedeutsamen Kleinigkeiten und Klarstellungen.

Bei der HOAI 2013 Zu beachten:

Die HOAI 2013 ist weiterhin auf Inländer beschränkt. Das heißt, Planer mit Auslandssitz sind vom Anwendungsbereich der HOAI nicht erfasst. Grund hierfür ist: Europäische Dienstleistungsrichtlinie will Einschränkung der Dienstleistungsfreiheit durch Preisrecht verhindern.Um Ausländer nicht zu diskriminieren, hat die HOAI 2013 diese weiterhin aus ihrem Anwendungsbereich herausgenommen, § 1 HOAI 2013.

Daraus ergibt sich die Frage: Kann ein deutsches Planerbüro mit einer ausländischen Niederlassung über diese legal von den Mindestsätzen der HOAI abweichen?

Die Antwort lautet – ja.

Nach dem 37. Erwägungsgrund zu Art. 5 der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie reicht zwar keine „Briefkastenfirma“, aber Eine Niederlassung, die von einem Beschäftigten des Dienstleistungserbringers oder von einem Selbständigen geführt wird, der wiederum dauerhaft für das Unternehmen mit Sitz in Deutschland handelt, ist ausreichend.