HOAI Anrechenbare Kosten

Honorarvereinbarungen auf Basis von vereinbarten, anrechenbaren Kosten

Ein maßgebender Faktor für die Honorarermittlung ist die Höhe der anrechenbaren Kosten. Nach § 4 Abs. 1 HOAI sind die anrechenbaren Kosten der Teil der Kosten für die Herstellung, den Umbau, die Modernisierung, Instandhaltung oder Instandsetzung von Objekten sowie für die damit zusammenhängenden Aufwendungen. Sie sind nach allgemein anerkannten Regeln der Technik oder nach Verwaltungsvorschriften (Kostenvorschriften) auf der Grundlage ortsüblicher Preise zu ermitteln.

Die gesamte Architektenleistung ist in Leistungsphasen gegliedert. Deren Vergütung hängt von der Höhe der Baukosten ab (ausgedrückt in Prozentsätzen). Bei einer Teilbeauftragung mit einzelnen Leistungsphasen sind die nur entsprechenden Anteile zu vergüten.

HOAI Anrechenbare Kosten für die vorhandene Bausubstanz

Der Gesetzgeber der HOAI 2013 hat die vorhandene Bausubstanz wieder in die anrechenbaren Kosten zurückgeführt. Die neue HOAI sieht vor, dass die vorhandene Bausubstanz angemessen zu berücksichtigen ist, und zwar im Rahmen einer Vereinbarung entweder bei der Kostenberechnung oder, wenn diese noch nicht vorliegt, bei der Kostenschätzung.

Eine Berücksichtigung der anrechenbaren Kosten für die vorhandene Bausubstanz im Architektenvertrag ist hingegen nicht vorgesehen. Die HOAI bietet, wie auch schon die HOAI 1996, keine Vorgaben darüber an, wie die anrechenbaren Kosten der vorhandenen Bausubstanz mit berücksichtigt werden sollen. Klar ist nur, dass die vorhandene Bausubstanz, die planerisch oder im Rahmen der Bauüberwachung mit verwendet wird, angemessen zu berücksichtigen ist.

Anrechenbare Kosten im Bereich Statik

Im Bereich der Statik sieht § 50 Abs. 1 HOAI 2013 wie bisher vor, dass anrechenbare Kosten in Höhe von 55 % der Baukonstruktion und 10 % der technischen Gebäudeausrüstung berücksichtigt werden dürfen.

Für schwierige Fälle sieht § 50 Abs. 2 HOAI 2013 vor, dass durch schriftliche Vereinbarung auch höhere anrechenbare Kosten, nämlich 90 % der Baukonstriktion und 15 % der Haustechnik mitberücksichtigt werden können. Neu hinzugekommen ist allerdings die Möglichkeit, gemäß § 50 Abs. 5 HOAI 2013 noch höhere anrechenbare Kosten zu vereinbaren, was – wenn man jedenfalls dem Wortlaut glaubt – ohne schriftliche Vereinbarung und damit auch mündlich möglich sein soll.

Für den Auftraggeber empfiehlt es sich, im Vertrag eine klare Regelung dahingehend aufzunehmen, dass die anrechenbaren Kosten sich ausschließlich aus § 50 Abs. 1 HOAI 2013 ergeben und eine Erhöhung nach § 50 Abs. 5 HOAI 2013 ausgeschlossen ist.